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IGLU-Studie und Lesetests

Mit IGLU (Internationale Grundschul-Lese-Untersuchung) wird das Leseverständnis von Schülern und Schülerinnen der vierten Jahrgangsstufe international vergleichend getestet.
Link zum Online-Lesetest von schulkreis.de: http://lesetest.schulkreis.de

Überblick über Lesetest-Ergebnisse der IGLU-Studie 2006

Die IGLU-Studien

Mit IGLU (Internationale Grundschul-Lese-Untersuchung) wird das Leseverständnis von Schülern und Schülerinnen der vierten Jahrgangsstufe international vergleichend getestet.
IGLU-E 2006 ist dazu eine nationale Erweiterungsstudie, an der sich alle deutschen Bundesländer beteiligen.
Sowohl IGLU 2006 als auch IGLU-E 2006 werden durch die Kultusminister der Länder der Bundesrepublik Deutschland maßgeblich gefördert.
Um die Lesekompetenz der Grundschüler zu messen, hatten WissenschaftlerInnen Lesetests von rund 8000 deutschen Viertklässlern ausgewertet. Die Schüler lasen dazu 2006 im Rahmen der internationalen IGLU-Studie literarische und informative Texte. Gemessen wurde, wie viel die Schüler vom Gelesenen verstanden - vom einfachen Wiedererkennen von Wörtern auf Niveau 1 bis zum Abstrahieren auf Niveau 5.

Ergebnisse im Überblick

Die große Mehrheit der Viertklässler von Kiel bis München liest in der Freizeit und zum Vergnügen Bücher. "Am Ende ihrer Grundschulzeit sind die meisten Schüler hochmotiviert", lobt Wilfried Bos vom Institut für Schulentwicklungsforschung in Dortmund. "Es gelingt der Grundschule, Kinder auf ein hohes Niveau zu heben und gleichzeitig zusammenzuhalten". Beim Lesen von Texten und Büchern liegen Grundschüler in fast allen Bundesländern über dem OECD-Mittelwert. Damit schneiden die Kleinen in der Schlüsselkompetenz Lesen international viel besser ab als deutsche Neuntklässler. Deren Leseleistungen liegen laut der PISA-E-Studie in fast allen Bundesländern auf oder unter dem internationalen Durchschnitt.
Nach der Grundschule jedoch nehme die Lesefreude und die Motivatiion der Schüler deutlich ab, beobachteten Bos und die IGLU-Forscher.
Spitzenreiter in der bundesweiten Lesehitliste ist Thüringen. Hier ist die Gruppe der schwachen Leser am kleinsten und überdurchschnittlich viele Schüler erreichten das höchste Leselevel.
Schlusslicht waren die Stadtstaaten Bremen, Hamburg und Berlin. Hier ist jeder vierte bis fünfte Grundschüler nicht in der Lage, die relevanten Informationen in einem Text zu finden.

Zusammenhang zwischen Note und Leistung

Bei der IGLU-Studie wurde bewiesen, dass es zwar einen Zusammenhang zwischen Note und Leistung (bei den Lesetests) gibt, dieser aber auf keinen Fall perfekt ist. Es ist international völlig uneinheitlich geregelt, welche Hilfsmittel bei Diktaten eingesetzt werden dürfen und wie Kinder mit Rechtschreibschwäche oder Lernschwierigkeiten benotet werden. Überhaupt gibt es keine einheitlichen Regelungen zur Benotung von Rechtschreibleistungen. So lässt die Note zwar einen Vergleich der SchülerInnen inerhalb einer Klasse zu, schulübergreifende (und gar internationale) Vergleiche sind jedoch weniger leicht anzustellen.

Soziale Herkunft leistungsschwacher Schüler

Als leistungsschwach galt bei der IGLU-Studie ein Schüler, der nicht in der Lage war, kurze Sätze sinnvoll zu verstehen.
Dies traf auf 10,3% der Kinder in der vierten Klasse zu. Insgesamt waren es dabei 3% der Akademikerkinder, aber 20% der Kinder ungelerneter Arbeiter, die als leistungsschwach eingestuft wurden.
Allein in Bayern ist die Kopplung von sozialer Herkunft und Leseleistung unterdurchschnittlich gering.

Soziale Selektion

Das Ergebnis der IGLU-Studie weist bezüglich der Gymnasialempfehlung durch die Lehrer auf soziale Ungerechtigkeiten hin:
  • Lehrer empfehlen Kinder aus der oberen Dienstleistungsklasse bereits mit 537 Punkten zum Gymnasium; Kinder un- und angelernter Arbeiter müssen hierfür aber 614 Punkte erreichen.
  • Eltern aus der Oberschicht sehen ihre Kinder bereits gymnasialtauglich, wenn sie nur 498 Punkte erreichen; Arbeiter möchten ihre Kinder erst dann aufs Gymnasium schicken, wenn sie 606 Punkte erreichen.
  • Akademiker setzen sich gegenüber Lehrern besser durch als Arbeiter, wenn sie ihre Kinder aufs Gymnasium schicken wollen.

Während Kinder aus der oberen Dienstleistungsklasse für den Wechsel zum Gymnasium lediglich die Kompetenzstufe 3 ("Relevante Einzelheiten im Text auffinden und miteinander in Beziehung setzen") erreichen müssen, benötigen Kinder aus der untersten Schicht die höchste Kompetenzstufe 5 ("Abstrahieren, Verallgemeinern und Präferenz begründen") für die selbe Gymnasialempfehlung.

Internationale Grundschul-Lese-Untersuchung und ihre nationale Erweiterung (IGLU-E)

Von April bis Juni 2006 nahm Deutschland auf Beschluss der Kultusministerkonferenz vom März 2004 zusammen mit 41 weiteren Ländern der Erde erneut an IGLU teil.
Diese Untersuchung wird in Deutschland um eine nationale Erweiterungsstudie (IGLU-E) ergänzt, um vertiefende Erkenntnisse zu gewinnen. In diesem Rahmen wird einerseits ein Vergleich der in den Ländern erbrachten Leseleistungen von Grundschulkindern am Ende der vierten Jahrgangsstufe durchgeführt, andererseits werden neue, hiesigen Schul- und Unterrichtsentwicklungen angepasste Schwerpunkte gesetzt.
Diese Schwerpunkte sind:

Das Lese-Selbstkonzept von Kindern

Schüler mit hohen Leseselbstkonzepten zeigen ein größeres Leseinteresse und eine größere Bereitschaft, Texte verstehen zu wollen. Leseinteresse und lesebezogene Anstrengungsbereitschaft wiederum sind wichtige Determinanten der Leseleistung und daher bedeutsam für die Entwicklung und Förderung der Lesefähigkeit.

Spezifische Förderangebote für Jungen

Jungen weisen im Lesen durchschnittlich geringere Lesekompetenzen auf als Mädchen und bevorzugen andere Texte. Vor diesem Hintergrund geht die IGLU-Studie der Frage nach, inwieweit Lehrerinnen und Lehrer die Lesekompetenzen und Lesevorlieben von Jungen berücksichtigen und in welchem Zusammenhang dies mit der Entwicklung ihrer Lesekompetenz steht.

Digitale Medien

Computer und Internet werden immer häufiger im Unterricht genutzt. IGLU 2006 untersucht, inwieweit digitale Medien im Deutschunterricht zur Entwicklung von Lese- und Rechtschreibkompetenzen eingesetzt werden.
Unter http://lesetest.schulkreis.de kann ein kostenloser Online-Lesetest durchgeführt werden, der sich gut zum Einsatz im Unterricht eignet.

Ganztagsangebote

Seit 2003 werden Ganztagsangebote an Schulen mit dem Investitionsprogramm "Zukunft Bildung und Betreuung" der Bundesregierung gefördert. Ganztagsschulen und Schulen mit einem Ganztagsangebot weisen unterschiedliche Rhythmisierungen der Schultags und spezifische Angebote auf, beispielsweise im Bereich der Hausaufgabenbetreuung. Abgesicherte Erkenntnisse zur Wirkung ganztägiger Angebote in Grundschulen liegen bisher nicht vor.
Tipp: Link zur bundesweiten Nachhilfe-Datenbank: http://www.schulkreis.de

Der soziokulturelle Hintergrund der Familien

Gemeinhin wird der soziokulturelle Hintergrund über Variablen des Familieneinkommens, der Bildungsabschlüsse der Eltern, den ausgeübten Beruf des Vaters oder der Mutter sowie über den Migrationshintergrund der Familien erfasst. Nach neueren Modellen sollen aber neben diesen Merkmalen weitere kulturelle und soziale Bedingungen der Familien mit berücksichtigt werden, da auch hier ein deutlicher Einfluss auf die Kompetenzentwicklung der Kinder unterstellt werden kann. In Deutschland gelingt es der IGLU-Studie zufolge schlecht, Kinder, deren Herkunftsland nicht Deutschland ist, zu fördern. Ein Migrationshintergrund hat laut Bericht "einen signifikant negativen Effekt auf das Leseverständnis".


Quellen:
http://de.wikipedia.org/wiki/IGLU-Studie
http://www.taz.de/1/zukunft/wissen/artikel/1/deutsche-kinder-lesen-gut-und-gern/